3. Ein Seifenrezept erstellen

Beim Erstellen eines Rezepts gibt es ein paar Dinge, die berücksichtigt werden sollten:

  1. Zunächst muss die Mischung der Öle ausgewogen sein. Eine Seife besteht immer aus sog. Basisölen und Überfettungsölen. Basisöle werden in großen Mengen verwendet- ca.15-40% pro Ölsorte. Überfettungsöle dagegen in kleinen Mengen (bis ca. 10%).
  2. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass ca. 50% harte Fette und 50% weiche Fette (Öle) verwendet werden. So wird die Festigkeit garantiert. Verwendest du zu viele Öle, bleibt die Seife lange Zeit weich und kann entsprechend erst einige Wochen später verwendet werden.
  3. Um eine schäumende Seife zu erhalten, sollten 20-30% Schaum fördernde Fette, wie Kokos oder Babassu, verwendet werden. Bei besonders pflegenden Seifen, kann dieser Anteil natürlich geringer sein.
  4. Als letztes sollte auch auf die Haltbarkeit der Öle geachtet werden. Distelöl und Walnussöl zum Beispiel sollte man aufgrund ihrer kurzen Haltbarkeit nur sparsam einsetzen.
  5. Denke bitte auch daran, dass 1ml Öl nicht 1g Öl entspricht. Beim Seifensieden wird alles (außer dem Duft) in Gramm angegeben. Das ist extrem wichtig, um keine ätzende Seife zu erhalten. Alles andere bleibt dir und deinem individuellen Vorlieben überlassen.
  6. Da die meisten Küchenwaagen nicht 100%ig genau sind, solltest du keine Seife unter 500g Fettansatz sieden. Je kleiner die Seifenmenge ist, desto gravierender wirken sich Wiegefehler aus. Oft können ein paar Gramm zu viel Ätznatron schon eine ätzende Seife mit Laugenüberschuss zur Folge haben.
  7. Für die ersten Versuche reichen Zutaten aus dem Supermarkt übrigends vollkommen aus. Stöbere durch das Regal mit den Ölen und du wirst überrascht sein, wie viel Auswahl es mittlerweile gibt.

NaturseifeHand- und Körperseifen:
Seifen für den alltäglichen Gebrauch müssen auch bei häufiger Benutzung ihre Form behalten und stabil sein. Das wird durch die ausreichende Verwendung von harten Ölen (Palm, Kokos, eingeschränkt auch Olive) gewährleistet. Ihr Anteil liegt bei mindestens 40%. Der Überfettungsgrad liegt dabei zwischen 7-10%.

Gesichtsseifen:
Seifen für die empfindliche Gesichtshaut enthalten ausgewählte, reichhaltige Öle. In diesem Fall dürfen die Öle auch etwas teuerer und luxuriöser sein. Anders als bei Körperseifen liegt das Hauptaugenmerk hier auf der Pflegewirkung. Der Überfettungsgrad liegt zwischen 10-15% und der Anteil an  pflegenden Überfettungsölen (Shea, Mandel, Avocado…) kann deutlich höher gewählt werden. Allerdings muss bei einer so hohen Überfettung damit gerechnet werden, dass die Seife schneller ranzig wird. Stelle deswegen nur kleinere Mengen her oder friere die restlichen Stücke ein.

Haarseifen:
Haarseifen sind sehr gering überfettet (2-5%). Damit wird verhindert, dass die Haare gleich nach dem Waschen wieder fettig aussehen. Allerdings muss wegen der niedrigen Überfettung auch besonders gewissenhaft gearbeitet werden. Für Haarseifen eigenen sich in besonderem Maße Schaum fördernde Fette wie Kokos oder Babassu (40%). Außerdem steigert die Verwendung von Rizinusöl (ca. 10%) zusätzlich die Schaumbildung.

2. Arbeitsgräte  4. Sicherheit beim Seifensieden

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