12. Sonstige Zusätze

So gut wie alles aus Küche und Garten kannst du deiner Seife zusetzen, um ihre Textur oder Eigenschaften zu beeinflussen. Ausprobieren ist mit gesundem Menschenverstand ausdrücklich erlaubt.

Avocado:
Püriere eine Avocado und gib das fetthaltige Fruchtfleisch in den angedickten Seifenleim. Reduziere auf jeden Fall das Wasser. Auf 500g Fett reicht das Fleisch einer halben Avocado, sonst wird sich auf der Seife eine Ölschicht absetzen.

Heilerde:
Seifen mit Heilerde verfeinern das Hautbild und wirken klärend. Deswegen eignen sie sich super für für fettige oder unreine Haut.Pro 500g Fett können zwischen 1-3TL in den Seifenbrei gerührt werden.

Kaffeepulver:
Zwiebelfinger? 3EL Kaffeepulver in den Seifenbrei wirken dann wahre Wunder. Es bindet Ungerüche zuverlässig, leider auch die Wohlgerüche, weshalb du die Düfte höher dosieren musst. Am Anfang riecht Kaffeeseife sehr streng, doch der Geruch verfliegt. Alles in Allem ein guter Zusatz für eine Küchenseife.

Kräuter:
Sie kann man in frischem oder getrocknetem Zustand in die Seife einarbeiten. Vorher sollten die jedoch gehackt und gemahlen werden, damit später keine großen Pflanzenteile aus der Seife stehen, die schimmeln können. Es ist sinnvoll die getrockneten Kräuter zuvor in etwas Öl einzuweichen (Ölmenge beim Rezept mit einberechnen). Sie werden dann nach dem Andicken der Seife zugegeben. Leider werden fast alle Kräuter in der Seife braun, nur Löwenzahn und Ringeblume bilden eine Ausnahme. Ca. 2TL reichen für 500g Fettansatz.

Kräutertees:
Koch einen starken Kräutertee mit destilliertem Wasser. Wenn du damit die Lauge anrührst muss er aber unbedingt kalt sein. Auch wenn die Tees eine schöne Farbe haben, in der Seife werden sie alle braun. Sie eignen sich daher eher, um den Duft etwas zu steigern.

Milch:
Dieser Zusatz gibt der Seife einen wunderbar cremigen Schaum. Mit Milchprodukten zu arbeiten ist jedoch nicht einfach. Du kannst die Lauge entweder komplett mit Milch anrühren oder einen Teil des Wassers durch Milch ersetzen. Achte darauf, dass du bei niedrigen Temperaturen arbeitest. Dazu friert man die Milch vorher ein (Eiswürfelformen). Durch die Kälte löst sich das NaOH deutlich schlechter. Pass also besonders gut auf, dass sich alle Kristalle aufgelöst haben. Auch wenn die Fette mit der  Lauge gemischt werden, darf keine Komponente über Zimmertemperatur haben. Milchseifen erhitzen sich sehr stark. Eine Gelphase muss unbedingt vermieden werden, da es sonst passieren kann, dass das Endprodukt nach Erbrochenem riecht. Stell die Seife deswegen gleich in den Kählschrank. Sollte sie doch warm werden: Ab in den Gefrierschrank. Da Milchseifen keine Gelphase haben, sollten Sie 2-3 Wochen länger reifen.

Mohn:
Er eignet sich geschrotet als Zusatz für Peelingseifen sehr gut. Auch hier sollten 2TL auf 500g Fett nicht überschritten werden.

Salz:
Macht die Seife sehr hart und beeinflusst die Schaumbildung negativ. Dafür hat es hautklärende Eigenschaften und macht die Haut zart. Die Seife sollte aber sehr hoch überfettet werden (15%) und einen ordentlichen Anteil an Kokosöl oder besser Babassufett beinhalten, damit sich doch etwas Schaum bilden kann. Die Dosierung liegt bei der einfachen bis doppelten Menge des Fettansatzes. Aufgrund ihrer Härte sollten Salzseifen gleich in Einzelformen gegossen oder sehr zügig geschnitten werden. Ist die Seife zu hart, zerbröckelt sie beim Schneiden. Nicht geeignet ist Salz aus dem Toten Meer. Aufgrund seiner hygroskopischen Eigenschaften lässt es die Seife weich und matschig werden.

Seide:
Rohe Seidenfasern machen eine luxuriöse Seife noch luxuriöser. Seidenproteine haben filmbildende Eigenschaften. Das heißt sie legen sich als schützender Film um Haut oder Haar. Die Fasern werden einfach in der noch heißen Lauge aufgelöst. Es ist darauf zu achten, dass die Seife nicht isoliert wird, da die Seide zur Erhitzung des Prozesses führt. Im Fachhandel besteht auch die Möglichkeit vorgefertigte Seidenproteine zu kaufen. Dieser werden dann nach dem Andicken in den Leim gerührt.

11. Farben  13. Übungsaufgabe

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